{"id":3889,"date":"2017-01-11T21:57:33","date_gmt":"2017-01-11T20:57:33","guid":{"rendered":"http:\/\/kukuk.com\/?post_type=project&#038;p=3889"},"modified":"2018-10-15T19:21:43","modified_gmt":"2018-10-15T17:21:43","slug":"auto-emotion-und-ihre-fallstricke","status":"publish","type":"project","link":"https:\/\/kukuk.com\/es\/project\/auto-emotion-und-ihre-fallstricke\/","title":{"rendered":"La autoemoci\u00f3n y sus trampas"},"content":{"rendered":"<h2>Drum pr\u00fcfe, wer sich ewig bindet \u2013 Auto-Emotion und ihre Fallstricke<\/h2>\n<p>DAR 12\/2008<br \/>\nVon Dipl.-Ing. Klaus Kukuk, Overath<\/p>\n<p>Wer sich dem \u201eObjekt der Begierde\u201c in Form eines Oldtimers n\u00e4hert, dem k\u00f6nnen ernst zu nehmende Checklisten helfen, die \u201eAuto-Emotion\u201c etwas abzuk\u00fchlen, was zugegeben, fast unm\u00f6glich ist, da Sammelleidenschaft und Jagdfieber schnell den klaren Blick tr\u00fcben. Dies gilt nicht nur f\u00fcr normale Kaufinteressenten, auch der Oldtimer-Sachverst\u00e4ndige wird nach einem Schema \/ einer Checkliste vorgehen m\u00fcssen, um sich auf das Objekt zu konzentrieren und um, so banal wie es klingt, nichts zu vergessen!<\/p>\n<p>Wir haben Ihnen hier eine solche <a href=\"http:\/\/kukuk.com\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Die_Markt_Checkliste.pdf\" rel=\"\">Die Markt Checkliste<\/a>\u00a0zum herunterladen bereitgestellt.<br \/>\nI. Untersuchungsumfang<br \/>\nDas gesamte Auto wird untersucht. Ich pers\u00f6nlich nehme gerne die Oldtimer-Markt-Checkliste von 12\/85\u201303\/86 oder die beiden Pr\u00fcflisten von Winfried Seidel \u201ePr\u00fcfung eines restaurierten\/unrestaurierten Fahrzeuges\u201c zur Hand.<br \/>\nII. Identifikation<br \/>\nDas Typenschild, die Fahrgestellnummer, die Body- und Motornummer sowie die Getriebenummer, gegebenenfalls die Nummern der Lenkung und weiterer Aggregate werden aufgenommen und fotografiert. Mittels naturwissenschaftlicher Pr\u00fcfmethoden3 werden die Nummern als Pr\u00e4gekennzeichnung untersucht. (Doppeleinschlag\/Materialmanipulation etc.) Jedoch, wo stehen die Nummern und wie sehen Sie aus? (Schrifttyp\/Einschlagart etc.) Hier helfen gern die Typreferenten der Markenclubs, wenn Herstellerunterlagen fehlen. Mit dem zust\u00e4ndigen Archivar des Herstellers oder Markenclubs wird Kontakt aufgenommen und die Fotos der Pr\u00e4gekennzeichen\/ Typenschilder zugesandt, die dann mit den Aufzeichnungen verglichen werden k\u00f6nnen.<br \/>\nIII. Echtheit<br \/>\nDass die Echtheit eines Oldtimers ganz wesentlich seinen Wert bestimmt, erscheint ein Allgemein-Platz, der kaum erw\u00e4hnt werden muss. Der Eklat um den gef\u00e4lschten Porsche 2,7 RS eines Sammlers im letzten Jahr hat jedoch gezeigt, dass auch eine vermeintliche Absicherung durch entsprechende Vertr\u00e4ge keinen Rundum-Schutz bedeutet. Der Hinweis auf m\u00f6gliche naturwissenschaftliche Analysen eines Fahrzeuges hilft nur bedingt weiter, da entgegen landl\u00e4ufiger Meinung<br \/>\ndie Echtheit nicht belegt werden kann. Materialuntersuchung, Pr\u00e4gekennzeichenpr\u00fcfung nach Methode Frey etc. k\u00f6nnen ein Fahrzeug immer nur abschreiben, nie zuschreiben. Diese Zuschreibung muss, und hier liegt das Problem, stets im Gesamtzusammenhang aller Fahrzeugbauteile in Verbindung mit der nachgewiesenen, fahrzeugspezifischen Historie erfolgen.<br \/>\nIV. Erhaltungszustand<br \/>\nDer Erhaltungszustand ist wichtig und geh\u00f6rt zu den wertbildenden Faktoren eines Fahrzeuges. Hierzu verweise ich nochmals auf die o.g. Markt-Checkliste.<\/p>\n<p>V. Rahmen\/Bodengruppe<br \/>\nDer Rahmen bildet das R\u00fcckgrat alter Fahrzeuge und auch bei den selbsttragenden Karosserien ist die Bodengruppe oft durch Kastenrahmenstrukturen verst\u00e4rkt. Er wird gegebenenfalls vermessen und mit Originalzeichnungen verglichen. Das Material des Rahmens kann mittels mehrerer naturwissenschaftlicher Methoden4 teilweise zerst\u00f6rungsfrei gepr\u00fcft werden. Schwei\u00dfn\u00e4hte (zus\u00e4tzliche! bei verk\u00fcrzten Rahmen) k\u00f6nnen mit \u00c4tzmethoden5 festgestellt bzw. gepr\u00fcft werden. Schwei\u00dfzusatzstoffe und Rahmenmaterialien werden gegebenenfalls mit Dekadendaten6 verglichen. Schlie\u00dflich ist der Rahmen\/die Bodengruppe auf Unfallbesch\u00e4digungen und Korrosionsbefall gegebenenfalls mittels Endoskop zu untersuchen.<\/p>\n<p>VI. Karosserie<br \/>\nIst das Fahrzeug original karosseriert? Stimmen Material und\/oder Struktur sowie die Ma\u00dfe? Wurde nicht aus einem minderwertigen Fahrzeug des Herstellers ein hochwertigeres\u201e gefaked\u201c, in dem z.B. aus einem Saloon ein \u201eLe Mans\u201c-Special wurde? Selbstverst\u00e4ndlich muss auch die Karosserie auf Unfallbesch\u00e4digungen untersucht werden. Hier helfen Typreferenten der Clubs, Herstellerarchivare und o.g. naturwissenschaftliche Methoden bei der Pr\u00fcfung. Schlie\u00dflich stellt sich noch die Frage, wieviel Originalteile, die evt. 1940 die Zielflagge der Mille Miglia gesehen haben, heute noch existieren und nicht zwischenzeitlich nachgebaut wurden.<br \/>\nVII. Aggregate<br \/>\nDie Achsen und die Bremsanlage werden auf Zustand und Originalit\u00e4t gepr\u00fcft. Hat der Porsche 356 Carrera 2000 GS-GT die Ringbremse, mit der er ausgeliefert wurde? Daneben sind Differential, Getriebe und Motor auf Zustand und Originalit\u00e4t zu untersuchen. Hat der Ford GT 40 das originale ZF-Getriebe. Stimmt die Kurbelwelle mit den gro\u00dfen Schraubwangen beim BMW 328 MM?<\/p>\n<p>VIII. Innenausstattung\/Verdeck<\/p>\n<p>Die Sitze, Verkleidungen das Verdeck werden auf Originalit\u00e4t bei Material und Verarbeitung gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>IX. Chrom\/Nickel\/Messing\/Kupfer etc.<\/p>\n<p>Sind die Zier und Anbauteile aus den typgerechten Materialien gefertigt und zeitgerecht galvanisiert? Wie sind Zustand, Ausf\u00fchrung und Montage zu bewerten?<\/p>\n<p>X. Elektrik<br \/>\nWurde der Kabelbaum zeitgem\u00e4\u00df revidiert? Ist z.B. der 24-Volt-Regler funkentst\u00f6rt wie f\u00fcr den Fahrzeugtyp vorgesehen?<\/p>\n<p>XI. Lack<br \/>\nDie Lackuntersuchung stellt den wichtigsten Punkt dar, um ein \u201eunber\u00fchrtes Auto\u201c zu ermitteln. Dabei ist die Schichtdickenmessung eine Pflicht\u00fcbung f\u00fcr jeden Sachverst\u00e4ndigen. Die erste Lackierung in Verbindung mit einer unbesch\u00e4digten Karosserie\/Rahmen ist eine mit naturwissenschaftlicher Messtechnik relativ unkompliziert zu ermittelnde \u201eGarantie\u201c f\u00fcr das Alleinstellungsmerkmal, dass das Fahrzeug sich noch im Originalzustand befindet. Welch eine Seltenheit ist es, wenn ein Porsche 2,7 RS im Erstlack oder ein Bugatti 35 C Grand Prix im vollst\u00e4ndigen Originalzustand vor einem steht. Aber was passiert, wenn ein solches Fahrzeug in einen Unfall verwickelt wird? Die Einmaligkeit\/ das Herausstellungsmerkmal ist dahin und der Wert erheblich gemindert!<\/p>\n<p>XII. Historie<br \/>\nDie fahrzeugspezifische Historie mit Herstellungsnachweis und Nachweis aller Vorbesitzer und der Laufleistung mittels vorgelegter Rechnungen und\/oder Fahrtenb\u00fccher, die die Bewegungen der Fahrzeuge dokumentieren, ist zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>XIII. Provinience<br \/>\nAls RM-Auctions am 18. 5. 2008 in Maranello verschiedene zertifizierte Ferraris versteigerte, erzielte der Ferrari 250 GT SWB California Spider aus dem Jahre 1961, ersteigert von Herrn Chris Ewans und taxiert auf 3.000.000 \u20ac bis 3.500.000 \u20ac ein Zuschlag von 7.040.000 \u20ac. Vorbesitzer war der 2002 verstorbene Oskarpreistr\u00e4ger James Coburn. Der Mythos ber\u00fchmter Pers\u00f6nlichkeiten kann auch durchaus profane Fahrzeuge nobilitieren, wie den VW Golf des Papst Benedikt<br \/>\nXVI, der f\u00fcr 188.938,88 \u20ac im Internet versteigert wurde.<\/p>\n<p>XIV. Der Allgemeine Markt<br \/>\nEs ist auch dazu Stellung zu beziehen, ob ein Fahrzeug schon einmal im Handel war und wann es auf einer Auktion zuschlagen wurde. Da Datenbanken diese Recherche heute leicht m\u00f6glich machen, geh\u00f6rt es zu den Aussagen \u00fcber die Qualit\u00e4t eines Fahrzeuges, aufzulisten, ob das Objekt in der Vergangenheit bei einer Auktion durchgefallen ist bzw. zu welchem Preis es fr\u00fcher zugeschlagen wurde.<\/p>\n<p>XV. Qualit\u00e4t<br \/>\nSelbstverst\u00e4ndlich geh\u00f6rt die Qualit\u00e4t eines Fahrzeuges zu den wertbildenden Faktoren. Der Streit, ob es sich dabei um ein subjektives oder ein objektivierbares Bewertungskriterium handelt, erscheint m\u00fc\u00dfig. Der Umstand, dass die Qualit\u00e4t eines Fahrzeuges sich nicht jedem Laien gleich erschlie\u00dft, ist noch kein Beleg daf\u00fcr, dass es Qualit\u00e4tsgesichtspunkte bei der Bewertung von Fahrzeugen nicht gebe. Fahrzeuge wie z.B. der DB 300 SL Fl\u00fcgelt\u00fcrer, die sich aus einer Rennwagenkonstruktion ableiten, haben sicherlich eine andere Qualit\u00e4t als der vom selben Hersteller auf den Markt gebrachte 190 SL, der auf der verk\u00fcrzten Bodengruppe des 180er steht. Auch wenn die qualitative Bewertung eines Fahrzeuges schwierig sein mag, darf man diesen Punkt nicht aussparen, da sonst die Bewertung unvollst\u00e4ndig bleibt.<\/p>\n<p>XVI. Marktg\u00e4ngigkeit.<br \/>\nWer 2008 in Essen \u00fcber die Techno-Classica schlenderte, wurde in Halle 3 von Porsche 911 Fahrzeugen erschlagen. Das zeigt, dass diese Fahrzeuge derzeit an Marktg\u00e4ngigkeit kaum zu \u00fcbertreffen sind. Schwieriger ist die Beurteilung in anderen F\u00e4llen. Zum Beispiel weist ein Swallow eine weitaus h\u00f6here Marktg\u00e4ngigkeit auf als ein Avon, obwohl beide mit einer Aluminium Karosserie auf einem Standard- oder Austin Seven-Chassis aufgebaut sind. Nur, aus Swallow wurde Jaguar und die New Avon Body Company existiert nach ca. 80 in den 30er Jahren gebauten Fahrzeugen nicht mehr. Der geneigte Leser mag somit \u2013 ohne dass der \u201eStreifzug\u201c zur gutachtlichen Einsch\u00e4tzung eines Oldtimers einen Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit erhebt \u2013 ein Gesp\u00fcr daf\u00fcr entwickeln, auf welche Punkte er achten sollte, damit die Beziehung mit dem \u201eOldtimer-Objekt der Begierde\u201c nicht mit b\u00f6sen\u00dcberraschungen (auf dem Autofriedhof) endet.<\/p>\n<p>Streiflicht DAR 12\/2008<br \/>\n1 Oldtimermarkt 12\/85, S. 62; 1\/86, S. 30; 2\/86, S. 44; 3\/86, S. 48<br \/>\n2 Winfried Seidel Ladenburg, www.veterama.de<br \/>\n3 Adler-\u00c4tzung; Frysche-\u00c4tzung: Hermann Schumann, Metallographie, 13. neu bearbeitte Auflage, Leipzig, Dt. Verlag f\u00fcr Grundstoffindustrie, 1990, S. 738<br \/>\nDAR-Service 736<br \/>\nDAR 12\/2008<br \/>\n4 Optische Emmisionsspektroskopie mit Bogen und Funkenanregung\/Spektroskopie mit Glimmentlackungsanregung<br \/>\n5 Adler-\u00c4tzung, siehe Fn. 3.<br \/>\n6 Dipl.-Ing. Dieter Orbach [dieter.orbach@fh.koeln.de]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>As\u00ed prueba quien se ata para siempre - La emoci\u00f3n automovil\u00edstica y sus trampas DAR 12\/2008 Por Dipl.-Ing. Klaus Kukuk, Overath A cualquiera que se acerque al \"objeto de deseo\" en forma de coche cl\u00e1sico le pueden ayudar unas serias listas de comprobaci\u00f3n para enfriar un poco la \"emoci\u00f3n automovil\u00edstica\", lo cual, hay que reconocerlo, es casi imposible, ya que la pasi\u00f3n por el coleccionismo y la fiebre de la caza r\u00e1pidamente ... <\/p>","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"_joinchat":[],"footnotes":""},"project_category":[218,217],"project_tag":[88,89,91,90],"class_list":["post-3889","project","type-project","status-publish","hentry","project_category-recht-urteile","project_category-wertgutachten","project_tag-auto","project_tag-cars","project_tag-emotion","project_tag-emotions","latest_post"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kukuk.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/project\/3889","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kukuk.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/project"}],"about":[{"href":"https:\/\/kukuk.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/types\/project"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kukuk.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kukuk.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3889"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kukuk.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/project\/3889\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kukuk.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3889"}],"wp:term":[{"taxonomy":"project_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kukuk.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/project_category?post=3889"},{"taxonomy":"project_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kukuk.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/project_tag?post=3889"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}