{"id":4582,"date":"2017-02-08T12:50:46","date_gmt":"2017-02-08T11:50:46","guid":{"rendered":"http:\/\/kukuk.com\/?post_type=project&#038;p=4582"},"modified":"2018-10-15T19:11:45","modified_gmt":"2018-10-15T17:11:45","slug":"sachverstaendigenkosten-verkehrsunfall","status":"publish","type":"project","link":"https:\/\/kukuk.com\/es\/project\/sachverstaendigenkosten-verkehrsunfall\/","title":{"rendered":"Sentencia del BGH Sobre la cuesti\u00f3n de la necesidad de costas periciales tras un accidente de tr\u00e1fico"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section admin_label=&#8220;section&#8220;][et_pb_row admin_label=&#8220;row&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243;][et_pb_text admin_label=&#8220;Text&#8220; background_layout=&#8220;light&#8220; text_orientation=&#8220;justified&#8220; text_font=&#8220;Times New Roman||on||&#8220; text_font_size=&#8220;24&#8243; use_border_color=&#8220;off&#8220; border_color=&#8220;#ffffff&#8220; border_style=&#8220;solid&#8220;]<\/p>\n<h2 align=\"center\">BUNDESGERICHTSHOF<br \/>\nIM NAMEN DES VOLKES<br \/>\nURTEIL<br \/>\nVI ZR 225\/13<\/h2>\n<p align=\"left\">Verk\u00fcndet am:<br \/>\n11. Februar 2014<br \/>\nHolmes<br \/>\nJustizangestellte<br \/>\nals Urkundsbeamtin<br \/>\nder Gesch\u00e4ftsstelle<\/p>\n<h3 align=\"center\">in dem Rechtsstreit<\/h3>\n<p align=\"left\">Nachschlagewerk: ja<br \/>\nBGHZ: nein<br \/>\nBGHR: ja<br \/>\nBGB \u00a7 249 (Gb)<\/p>\n<h3 align=\"left\">Zur Frage der Erforderlichkeit von Sachverst\u00e4ndigenkosten nach einem Verkehrsunfall.<\/h3>\n<h3 align=\"left\">BGH, Urteil vom 11. Februar 2014 &#8211; VI ZR 225\/13 &#8211;<\/h3>\n<h3 align=\"left\">LG Darmstadt<br \/>\nAG Seligenstadt<\/h3>\n<p>Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die m\u00fcndliche Verhandlung vom 21. Januar 2014 durch den Vorsitzenden Richter Galke, den Richter Zoll, die Richterin Diederichsen, den Richter Pauge und den Richter Offenloch<\/p>\n<p align=\"left\">f\u00fcr Recht erkannt:<\/p>\n<p align=\"left\">Auf die Revision des Kl\u00e4gers und die Anschlussrevision der Beklagten wird das Urteil der 21. Zivilkammer des Landgerichts Darmstadt vom 17. April 2013 im Kostenpunkt und insoweit aufgehoben, als das Landgericht die Berufung des Kl\u00e4gers gegen die Abweisung der Klage auf Zahlung weiterer Gutachterkosten in H\u00f6he von 87,65 \u20ac nebst Zinsen zur\u00fcckgewiesen und unter Ab\u00e4n-derung des Urteils des Amtsgerichts Seligenstadt vom 5. Oktober 2012 die Beklagte zur Zahlung weiterer Gutachterkosten in H\u00f6he von 56,90 \u20ac nebst Zinsen verurteilt hat.<\/p>\n<p align=\"left\">Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch \u00fcber die Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n<p align=\"left\">Die weitergehenden Rechtsmittel der Parteien werden zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<h3 align=\"center\">Von Rechts wegen<\/h3>\n<h3 align=\"center\">Tatbestand:<\/h3>\n<p align=\"left\">Die Parteien streiten um den Ersatz restlicher Sachverst\u00e4ndigen- und Anwaltskosten infolge eines Verkehrsunfalls.<\/p>\n<p align=\"left\">Im Februar 2012 war der Kl\u00e4ger mit seinem Fahrzeug in einen Verkehrs-unfall mit der Beklagten verwickelt, f\u00fcr dessen Sch\u00e4den die Beklagte zu 100% aufzukommen hat. Der Kl\u00e4ger holte ein Kfz-Schadensgutachen ein, nach dem der erforderliche Reparaturaufwand rund 1.050 \u20ac zzgl. USt. betr\u00e4gt. F\u00fcr die Er-stattung des Gutachtens stellte der Sachverst\u00e4ndige dem Kl\u00e4ger einen Betrag von 534,55 \u20ac in Rechnung, den er wie folgt aufschl\u00fcsselte:<\/p>\n<p align=\"center\">Ausarbeitung und Anfertigung des Gutachtens \u20ac 260,00<br \/>\nLichtbilder (11) 8 x \u20ac 2,80 (1 Satz) \u20ac 22,40<br \/>\nTelefon\/EDV-Ko., B\u00fcromaterial, Porto, Schreibkosten \u20ac 75,00<br \/>\nFahrtkosten\/Zeit (51 km x Euro 1,80 max. \u20ac 100,00) \u20ac 91,80<br \/>\nMehraufwand Restwertb\u00f6rse \u20ac &#8212;<br \/>\nZwischensumme ohne MwST \u20ac 449,20<br \/>\nMwST 19,0% \u20ac 85,35<br \/>\nEndsumme incl. MwST \u20ac 534,55<\/p>\n<p align=\"left\">Die Haftpflichtversicherung der Beklagten regulierte die Kosten in H\u00f6he von 390 \u20ac. Der Restbetrag von 144,55 \u20ac ist Gegenstand der Klage. Daneben macht der Kl\u00e4ger unter Anrechnung einer ebenfalls bereits vorprozessual erfolgten Zahlung restliche vorgerichtliche Rechtsverfolgungskosten (Rechtsanwaltskosten) in H\u00f6he von 74,97 \u20ac geltend und begehrt schlie\u00dflich die Feststellung, dass die Beklagte verpflichtet ist, auf die vom Kl\u00e4ger verauslagten Gerichtskosten Zinsen in H\u00f6he von 5 Prozentpunkten \u00fcber dem Basiszinssatz f\u00fcr die Zeit vom Eingang der einbezahlten Gerichtskosten bis zum Eingang des Kostenfestsetzungsantrags nach Ma\u00dfgabe der auszuurteilenden Kostenquote zu zahlen.<\/p>\n<p align=\"left\">Das Amtsgericht hat die Klage abgewiesen. Auf die zugelassene Berufung des Kl\u00e4gers hat das Landgericht die Beklagte unter Zur\u00fcckweisung der Berufung im \u00dcbrigen zur Zahlung weiterer Gutachterkosten in H\u00f6he von 56,90 \u20ac sowie weiterer vorgerichtlicher Rechtsverfolgungskosten in H\u00f6he von 43,31 \u20ac, jeweils nebst Zinsen, verurteilt. Mit der vom Landgericht zugelassenen Revision verfolgt der Kl\u00e4ger sein urspr\u00fcngliches Begehren weiter. Ziel der Anschlussrevision der Beklagten ist die Wiederherstellung des amtsgerichtlichen Urteils.<\/p>\n<h3 align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde:<\/h3>\n<p align=\"left\">I.<br \/>\nDas Berufungsgericht hat im Wesentlichen ausgef\u00fchrt, der Gesch\u00e4digte sei im Regelfall berechtigt, einen qualifizierten Gutachter seiner Wahl mit der Erstellung des Schadensgutachtens zu beauftragen. Der Kraftfahrzeugsachverst\u00e4ndige \u00fcberschreite die Grenzen rechtlich zul\u00e4ssiger Preisgestaltung dabei nicht alleine dadurch, dass er eine an der Schadensh\u00f6he orientierte angemessene Pauschalierung des Honorars vornehme. Die Gerichte k\u00f6nnten aber mit sachverst\u00e4ndiger Hilfe oder im Wege der Schadenssch\u00e4tzung nach \u00a7 287 ZPO Feststellungen treffen, aus denen sich ergebe, dass die H\u00f6he der geltend ge-machten Sachverst\u00e4ndigenkosten den erforderlichen Herstellungsaufwand im Sinne des \u00a7 249 Abs. 2 BGB \u00fcberschreite. Hierbei k\u00f6nne sowohl hinsichtlich des Grundhonorars als auch in Bezug auf die Nebenkosten auf die Ergebnisse der Befragung zur H\u00f6he des Kfz-Sachverst\u00e4ndigenhonorars 2010\/2011 durch den Bundesverband der freiberuflichen und unabh\u00e4ngigen Sachverst\u00e4ndigen f\u00fcr das Kraftfahrzeugwesen e. V. &#8211; BVSK (im Folgenden: &#8222;BVSK-Honorarbefra-gung&#8220;) abgestellt werden. Danach sch\u00e4tze die Kammer die f\u00fcr die Einholung des Schadensgutachtens erforderlichen Kosten auf 446,85 \u20ac, auf die die Beklagte bereits 390 \u20ac gezahlt habe.<\/p>\n<p>II.<br \/>\n1. Diese Schadensberechnung h\u00e4lt den Angriffen der Revision nicht stand.<\/p>\n<p align=\"left\">a) Mit Recht geht das Berufungsgericht allerdings davon aus, dass der Kl\u00e4ger, einen Sachverst\u00e4ndigen mit der Sch\u00e4tzung der Schadensh\u00f6he an seinem durch den Unfall besch\u00e4digten PKW beauftragen durfte und von der Beklagten nach \u00a7 249 Abs. 2 Satz 1 BGB als Herstellungsaufwand den Ersatz der objektiv erforderlichen Sachverst\u00e4ndigenkosten verlangen kann (vgl. Senatsurteile vom 15. Oktober 2013 &#8211; VI ZR 471\/12, VersR 2013, 1544 Rn. 26 und &#8211; VI ZR 528\/12, VersR 2013, 1590 Rn. 27; vom 23. Januar 2007 &#8211; VI ZR 67\/06, VersR 2007, 560 Rn. 13; vom 7. Mai 1996 &#8211; VI ZR 138\/95, BGHZ 132, 373, 375 ff.; vom 29. Oktober 1974 &#8211; VI ZR 42\/73, BGHZ 63, 182, 184 f.; vom 26. Mai 1970 &#8211; VI ZR 168\/68, BGHZ 54, 82, 84 f.; vom 4. Dezember 1984 &#8211; VI ZR 225\/82, VersR 1985, 283, 284 sowie vom 2. Juli 1985 &#8211; VI ZR 86\/84, VersR 1985, 1090 und &#8211; VI ZR 177\/84, VersR 1985, 1092 mwN). Als erforderlich sind nach der st\u00e4ndigen Rechtsprechung des Senats diejenigen Aufwendungen anzusehen, die ein verst\u00e4ndiger, wirtschaftlich denkender Mensch in der Lage des Gesch\u00e4digten machen w\u00fcrde (Senatsurteile vom 15. Oktober 2013 &#8211; VI ZR 471\/12, VersR 2013, 1544 Rn. 20 und &#8211; VI ZR 528\/12, VersR 2013, 1590 Rn. 19; vom 23. Januar 2007 &#8211; VI ZR 67\/06, VersR 2007, 560 Rn. 17; vom 7. Mai 1996 &#8211; VI ZR 138\/95, BGHZ 132, 373, 376; vom 2. Juli 1985 &#8211; VI ZR 86\/84 und &#8211; VI ZR 177\/84, jeweils aaO). Wenn der Gesch\u00e4digte die H\u00f6he der f\u00fcr die Schadensbeseitigung aufzuwendenden Kosten beeinflussen kann, so ist er nach dem Begriff des Schadens und dem Zweck des Schadensersatzes wie auch nach dem letztlich auf \u00a7 242 BGB zur\u00fcckgehenden Rechtsgedanken des \u00a7 254 Abs. 2 Satz 1 BGB unter dem Gesichtspunkt der Schadensminderungspflicht gehalten, im Rahmen des ihm Zumutbaren den wirtschaftlicheren Weg der Schadensbehebung zu w\u00e4hlen (vgl. die vorgenannten Senatsurteile; s. auch Senatsurteil vom 15. Oktober 1991 &#8211; VI ZR 314\/90, BGHZ 115, 364, 368<\/p>\n<p align=\"left\">f.). Das Gebot zu wirtschaftlich vern\u00fcnftiger Schadensbehebung verlangt jedoch, wie der Senat ebenfalls bereits ausgef\u00fchrt hat, vom Gesch\u00e4digten nicht, zu Gunsten des Sch\u00e4digers zu sparen oder sich in jedem Fall so zu verhalten, als ob er den Schaden selbst zu tragen h\u00e4tte (Senatsurteile vom 15. Oktober 1991 &#8211; VI ZR 314\/90, BGHZ 115, 364, 369; vom 29. April 2003 &#8211; VI ZR 393\/02, BGHZ 154, 395, 398; vom 2. Juli 1985 &#8211; VI ZR 86\/84, aaO). Denn in letzterem Fall wird der Gesch\u00e4digte nicht selten Verzichte \u00fcben oder Anstrengungen machen, die sich im Verh\u00e4ltnis zum Sch\u00e4diger als \u00fcberobligationsm\u00e4\u00dfig darstellen und die dieser daher vom Gesch\u00e4digten nicht verlangen kann. Bei dem Bem\u00fchen um eine wirtschaftlich vern\u00fcnftige Objektivierung des Restitutionsbedarfs darf auch im Rahmen von Abs. 2 Satz 1 des \u00a7 249 BGB nicht das Grundanliegen dieser Vorschrift aus den Augen verloren werden, dass n\u00e4mlich dem Gesch\u00e4digten bei voller Haftung des Sch\u00e4digers ein m\u00f6glichst vollst\u00e4ndiger Schadensausgleich zukommen soll (vgl. Steffen, NZV 1991, 1, 2; ders. NJW 1995, 2057, 2062). Deshalb ist bei der Pr\u00fcfung, ob der Gesch\u00e4digte den Aufwand zur Schadensbeseitigung in vern\u00fcnftigen Grenzen gehalten hat, eine subjektbezogene Schadensbetrachtung anzustellen, d.h. R\u00fccksicht auf die spezielle Situation des Gesch\u00e4digten, insbesondere auf seine individuellen Erkenntnis- und Einflussm\u00f6glichkeiten sowie auf die m\u00f6glicherweise gerade f\u00fcr ihn bestehenden Schwierigkeiten zu nehmen (Senatsurteile vom 15. Oktober 1991 &#8211; VI ZR 314\/90, BGHZ 115, 364, 369 und &#8211; VI ZR 67\/91, BGHZ 115, 375, 378; vgl. Senatsurteil vom 15. Oktober 2013 &#8211; VI ZR 528\/12, aaO Rn. 19 mwN). Auch bei der Beauftragung eines Kfz-Sachverst\u00e4ndigen darf sich der Gesch\u00e4digte damit begn\u00fcgen, den ihm in seiner Lage ohne weiteres erreichbaren Sachverst\u00e4ndigen zu beauftragen. Er muss nicht zuvor eine Marktforschung nach dem honorarg\u00fcnstigsten Sachverst\u00e4ndigen betreiben.<\/p>\n<p align=\"left\">Der Gesch\u00e4digte gen\u00fcgt seiner Darlegungslast zur Schadensh\u00f6he regelm\u00e4\u00dfig durch Vorlage einer Rechnung des von ihm zur Schadensbeseitigung in Anspruch genommenen Sachverst\u00e4ndigen. Die tats\u00e4chliche Rechnungsh\u00f6he bildet bei der Schadenssch\u00e4tzung nach \u00a7 287 ZPO ein wesentliches Indiz f\u00fcr die Bestimmung des zur Herstellung &#8222;erforderlichen&#8220; Betrags im Sinne von \u00a7 249 Abs. 2 Satz 1 BGB, schlagen sich in ihr doch die besonderen Umst\u00e4nde des jeweiligen Einzelfalles einschlie\u00dflich der &#8211; vor dem Hintergrund der subjekt-bezogenen Schadensbetrachtung relevanten &#8211; beschr\u00e4nkten Erkenntnism\u00f6glichkeiten des Gesch\u00e4digten regelm\u00e4\u00dfig nieder (vgl. Senatsurteile vom 15. Ok-tober 2013 &#8211; VI ZR 471\/12, aaO Rn. 26 und &#8211; VI ZR 528\/12, aaO Rn. 27; vom 23. Januar 2007 &#8211; VI ZR 67\/06, aaO Rn. 13; vom 6. November 1973 &#8211; VI ZR 27\/73, BGHZ 61, 346, 347 f.). Letztlich sind allerdings nicht die rechtlich geschuldeten, sondern die im Sinne von \u00a7 249 Abs. 2 Satz 1 BGB tats\u00e4chlich erforderlichen Kosten entscheidend (vgl. Senatsurteil vom 7. Mai 1996 &#8211; VI ZR 138\/95, BGHZ 132, 373, 381 mwN). Ein Indiz f\u00fcr die Erforderlichkeit bildet aber die \u00dcbereinstimmung des vom Gesch\u00e4digten erbrachten Kostenaufwands mit der Rechnung und der ihr zugrundeliegenden getroffenen Preisvereinbarung, sofern diese nicht auch f\u00fcr den Gesch\u00e4digten deutlich erkennbar erheblich \u00fcber den \u00fcblichen Preisen liegt. Wissensstand und Erkenntnism\u00f6glichkeiten des Gesch\u00e4digten spielen mithin bereits bei der Pr\u00fcfung der Erforderlichkeit des Schadensaufwandes gem\u00e4\u00df \u00a7 249 Abs. 2 Satz 1 BGB eine ma\u00dfgebende Rolle (vgl. Senatsurteile vom 15. Oktober 2013 &#8211; VI ZR 471\/12 und &#8211; VI ZR 528\/12, jeweils aaO). Ein einfaches Bestreiten der Erforderlichkeit des ausgewiesenen Rechnungsbetrages zur Schadensbehebung reicht allerdings grunds\u00e4tzlich nicht aus, um die geltend gemachte Schadensh\u00f6he in Frage zu stellen. Anderes gilt, wenn sich aus den getroffenen Vereinbarungen Umst\u00e4nde ergeben, die der Rechnung die indizielle Bedeutung f\u00fcr die Erforderlichkeit der Aufwendungen nehmen (vgl. Senatsurteil vom 7. Mai 1996 &#8211; VI ZR 138\/95, BGHZ 132, 373, 381 f.).<\/p>\n<p align=\"left\">b) Mit diesen Grunds\u00e4tzen sind, auch im Rahmen der freieren Stellung des Tatrichters bei der Schadensbemessung nach \u00a7 287 Abs. 1 ZPO, die Erw\u00e4gungen nicht zu vereinbaren, mit denen das Berufungsgericht hier zu einer K\u00fcrzung der vom Kl\u00e4ger geltend gemachten Sachverst\u00e4ndigenkosten gelangt ist. Es durfte nicht die dem Kl\u00e4ger vom Schadensgutachter in Rechnung gestellten Kosten allein auf der Grundlage einer Honorarumfrage eines Sachverst\u00e4ndigenverbandes k\u00fcrzen. Dabei hat das Berufungsgericht die besondere Bedeutung der vorgelegten Rechnung f\u00fcr den konkreten Einzelfall und die Lage des Gesch\u00e4digten bei der Beauftragung eines Sachverst\u00e4ndigen verkannt. Nur wenn der Gesch\u00e4digte erkennen kann, dass der von ihm ausgew\u00e4hlte Sachverst\u00e4ndige Honorars\u00e4tze f\u00fcr seine T\u00e4tigkeit verlangt, die die in der Branche \u00fcblichen Preise deutlich \u00fcbersteigen, gebietet das schadensrechtliche Wirtschaftlichkeitsgebot, einen zur Verf\u00fcgung stehenden g\u00fcnstigeren Sachverst\u00e4ndigen zu beauftragen (vgl. Senatsurteil vom 15. Oktober 2013 &#8211; VI ZR 528\/12, aaO Rn. 19 mwN). Solche Umst\u00e4nde sind im Streitfall nicht festgestellt.<\/p>\n<p align=\"left\">aa) Die H\u00f6he des vom Sachverst\u00e4ndigen in Rechnung gestellten Grundhonorars ist nicht zu beanstanden. In Streit steht die H\u00f6he der Nebenkosten. Dass der Kl\u00e4ger von vornherein h\u00e4tte erkennen k\u00f6nnen, dass der Sachverst\u00e4ndige nach der Behauptung der Beklagten \u00fcberh\u00f6hte Nebenkosten ansetzen w\u00fcrde, wird im Rechtsstreit nicht behauptet und hat das Berufungsgericht deshalb auch nicht festgestellt. Zu einer Recherche nach einem Sachverst\u00e4ndigen mit einem g\u00fcnstigeren Honorarangebot war der Kl\u00e4ger gegen\u00fcber der Beklagten nicht verpflichtet. Dem Kl\u00e4ger musste auch nicht das Ergebnis der Umfrage bei den Mitgliedern des Sachverst\u00e4ndigenverbandes \u00fcber die H\u00f6he der \u00fcblichen Honorare bekannt sein. Damit fallen aber die geltend gemachten Kosten nicht von vornherein aus dem Rahmen des f\u00fcr die Behebung des Schadens erforderlichen Geldbetrags nach \u00a7 249 Abs. 2 Satz 1 BGB.<\/p>\n<p align=\"left\">bb) Freilich ist der Sch\u00e4diger auch nicht verpflichtet, dem Gesch\u00e4digten die Rechnungsbetr\u00e4ge der von diesem im Rahmen der Schadensbeseitigung in Anspruch genommenen Fachunternehmen ohne M\u00f6glichkeit der Nachpr\u00fcfung voll zu ersetzen. Dem Sch\u00e4diger verbleibt in jedem Falle die M\u00f6glichkeit darzulegen und ggf. zu beweisen, dass der Gesch\u00e4digte gegen seine Pflicht zur Schadensminderung aus \u00a7 254 Abs. 2 Satz 1 Fall 2 BGB versto\u00dfen hat, indem er bei der Schadensbeseitigung Ma\u00dfnahmen unterlassen hat, die ein ordentlicher und verst\u00e4ndiger Mensch zur Schadensminderung ergriffen h\u00e4tte. Allein der Umstand, dass die vom Schadensgutachter vorliegend abgerechneten Nebenkosten die aus der BVSK-Honorarbefragung ersichtlichen H\u00f6chsts\u00e4tze \u00fcberschreiten, rechtfertigt die Annahme eines solchen Versto\u00dfes des Kl\u00e4gers allerdings noch nicht.<\/p>\n<p align=\"left\">c) Da das Berufungsgericht angenommen hat, dass die vom Kl\u00e4ger verlangten Gutachterkosten schon nicht in vollem Umfang &#8222;erforderlich&#8220; im Sinne des \u00a7 249 Abs. 2 Satz 1 BGB waren, hatte die Beklagte bisher keine Veranlassung im Prozess zur Frage der Verletzung der Schadensminderungspflicht vorzutragen. Dazu ist ihr zur Wahrung ihres Anspruchs auf rechtliches Geh\u00f6r Gelegenheit zu geben. Das angefochtene Urteil ist deshalb gem\u00e4\u00df \u00a7 562 Abs. 1, \u00a7 563 Abs. 1 Satz 1 ZPO hinsichtlich der Gutachterkosten aufzuheben und die Sache insoweit zu neuer Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zur\u00fcckzuverweisen. Dieses wird bei erneuter Befassung Gelegenheit haben, auch das weitere wechselseitige Vorbringen der Parteien in der Revisionsinstanz zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p align=\"left\">2. Im \u00dcbrigen waren Revision und Anschlussrevision zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p align=\"left\">Rechtsfehlerfrei ist das Berufungsgericht zur Feststellung gelangt, dem Kl\u00e4ger st\u00fcnden weitere vorgerichtliche Rechtsverfolgungskosten in H\u00f6he von 43,31 \u20ac nebst Zinsen zu. Die der Berechnung zugrundeliegende Beurteilung des Berufungsgerichts, der hinsichtlich der vorgerichtlichen Rechtsverfolgungskosten ma\u00dfgebliche Gesch\u00e4ftswert betrage zwischen 1.500 \u20ac und 2.000 \u20ac, ist weder aus rechtlichen Gr\u00fcnden zu beanstanden noch von der Frage abh\u00e4ngig, ob und ggf. in welchem Umfang dem Kl\u00e4ger im weiteren Verfahren die streitge-genst\u00e4ndlichen Gutachterkosten zugesprochen werden.<br \/>\nAus rechtlichen Gr\u00fcnden nicht zu beanstanden ist weiter die Abweisung des Feststellungsantrags des Kl\u00e4gers. Mit dem Berufungsgericht ist davon aus-zugehen, dass der Kl\u00e4ger einen entsprechenden Schadensersatzanspruch jedenfalls nicht schl\u00fcssig dargelegt hat.<\/p>\n<p align=\"left\">Galke<br \/>\nZoll<br \/>\nDiederichsen<br \/>\nPauge<br \/>\nOffenloch<\/p>\n<p align=\"left\">Vorinstanzen:<br \/>\nAG Seligenstadt, Entscheidung vom 05.10.2012 &#8211; 1 C 610\/12 (3) &#8211;<br \/>\nLG Darmstadt, Entscheidung vom 17.04.2013 &#8211; 21 S 191\/12 &#8211;<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESGERICHTSHOF IM NAMEN DES VOLKES URTEIL VI ZR 225\/13 Verk\u00fcndet am: 11. Februar 2014 Holmes Justizangestellte als Urkundsbeamtin der Gesch\u00e4ftsstelle in dem Rechtsstreit Nachschlagewerk: ja BGHZ: nein BGHR: ja BGB \u00a7 249 (Gb) Zur Frage der Erforderlichkeit von Sachverst\u00e4ndigenkosten nach einem Verkehrsunfall. BGH, Urteil vom 11. 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