{"id":13156,"date":"2021-12-17T13:57:52","date_gmt":"2021-12-17T12:57:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kukuk.com\/?p=13156"},"modified":"2021-12-17T14:08:10","modified_gmt":"2021-12-17T13:08:10","slug":"%e4%b8%8d%e5%8f%aa%e6%98%af%e9%a2%9c%e8%89%b2-%e6%b1%bd%e8%bd%a6%e5%96%b7%e6%bc%86","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kukuk.com\/zh\/mehr-als-nur-farbe-lackierung-von-automobilen\/","title":{"rendered":"\u4e0d\u4ec5\u4ec5\u662f\u6cb9\u6f06\uff1a\u6c7d\u8f66\u6d82\u88c5"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>Lackierung eines Automobils<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Wichtige Informationen rund um den Lack im Oldtimer- und Automobilbereich<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Welt der Farben und somit der Lackierungen im Automobilbereich ist faszinierend und umfasst viele Themen, welche wir hier geb\u00fcndelt anrei\u00dfen wollen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ein Ph\u00e4nomen und eine nahezu t\u00e4gliche Thematik ist die Farbwiedergabe und Farbmessung, das Einlackieren von angrenzenden Bauteilen, der Einfalls- \/ Ausfallwinkel der Lichteinstrahlung und damit verbundene Problematiken und Fragestellungen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Lackarten<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p><em>Wird im Rahmen einer Restaurierung ein Klassiker lackiert, greift man gern auf moderne Lacke zur\u00fcck. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr liegen auf der Hand: Sie sind unkompliziert zug\u00e4nglich, auf moderne Lackiertechnik abgestimmt, kosteng\u00fcnstig, dauerhaft haltbar und leicht zu verarbeiten. Auch wenn Restauratoren aus Gr\u00fcnden der Originalit\u00e4t auf alte Lacke, wie Lein\u00f6l-, Nitro- oder Alkydharz-Lacke zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnten, geschieht dies oft nicht, denn einerseits ist ihre Verarbeitung sehr arbeitsintensiv und setzt viel Fachkenntnis voraus, andererseits fallen die alten Lacke unter die Verordnung zur Begrenzung der Emissionen fl\u00fcchtiger organischer Verbindungen (kurz: ChemVOCFarbV).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Auch diese Regel wird durch eine Ausnahme best\u00e4tigt: Unter \u00a7 3, Absatz 3b, erlaubt die ChemVOCFarbV f\u00fcr Oldtimer, die als historisch und kulturell besonders wertvoll eingestuft sind, Verkauf, Kauf, Zubereitung und Applikation von begrenzten Mengen der alten lacke. Allerdings muss f\u00fcr jeden Einzelfall die Erlaubnis der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde ein\u00ad geholt werden. Link zum Fundort:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>http:\/\/ <\/em><a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bundes\u00adrecht\/chemvocfarbv\/gesamt.pdf\"><em>www.gesetze-im-internet.de\/bundes\u00adrecht\/chemvocfarbv\/gesamt.pdf<\/em><\/a><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Nach wie vor d\u00fcrfen also beispielsweise Nitrozellulose-Lacke, auch wenn sie nur von sehr wenigen Herstellern und in kleinen Mengen angeboten werden (vgl. Infokasten), unter Beachtung der 31.BimSchV (Verordnung zur Durchf\u00fchrung des Bundes-Immissionsschutz\u00adGesetzes) zur Anwendung kommen. F\u00fcr Lackierbetriebe gilt deshalb, bei einem historisch und kulturell besonders wertvollen Fahrzeug &#8211; das kann je nach Auslegung und Beh\u00f6rdensachverstand auch ein fr\u00fcher VW K\u00e4fer oder ein EMW 327 Cabriolet sein &#8211; den Besitzer und einen spezialisierten Sachverst\u00e4ndigen in die Entscheidung mit einzubeziehen, ob mit historisch korrekten oder mit modernen Lackmaterialien gearbeitet wird. Nur ein spezialisierter Sachverst\u00e4ndiger kann beurteilen, ob mit der Verwendung modernen Lackmaterials eine Wertminderung einhergeht oder nicht.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a>1.1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Lein\u00f6l- Kopallacken bis ca. 1910<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p><em>Bis ca. 1910 hatte man noch mit Lein\u00f6l- Kopallacken die Karosseriebleche lackiert. Die Deckschicht bestand aus einem Bindemittel, einem Lein\u00f6l- Naturharzgemisch und Pigmenten zur Farbgebung, zumeist Ru\u00df. Daher war Schwarz die am meisten verwendete Farbe. Alle anderen Farbt\u00f6ne waren sehr teuer. Das Lackieren geschah mit dem Pinsel, die Farbe wurde mit Alkohol verd\u00fcnnt. Impr\u00e4gnierungsmittel f\u00fcr das Holz gab es noch nicht. Die Beimischung von Alkohol machte die Arbeit des Lackierers wegen der entstehenden Explosionsd\u00e4mpfe sehr gef\u00e4hrlich.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Das gr\u00f6\u00dfte Problem waren jedoch die langen Trocknungszeiten und die Staubempfindlichkeit der \u00d6lfarben. So dauerte die Aush\u00e4rtung des Farbanstriches bis zu 8 Wochen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> <em>Auszug aus dem Buch \u201eTaschenbuch f\u00fcr die Farben- und Lackindustrie\u201c von Erich Stock (1940)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00d6llacke auf Lein\u00f6lbasis oder wenn besondere Qualit\u00e4t gefordert war Bernsteinlacke, die aus verfl\u00fcssigten Bernsteinharzen gewonnen wurden und sehr teuer waren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Begriff \u201eBernsteinlacke\u201c wurde noch lange Zeit verwendet, selbst als schon Kunstharze Zug um Zug die Naturharze ersetzten. Der Lackierer stellte urspr\u00fcnglich seine Farben selbst her zun\u00e4chst manuell, dann mit handbetriebenen Farbm\u00fchlen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dies geschah, wie es schon Jahrhunderte vorher die Maler machten, indem man Bindemittel und Pigmente auf Sandstein oder Marmorplatten mit einem sogenannten L\u00e4ufer miteinander verrieb. Da die Lacke jedes Mal durch Vermischen der Pigmente mit dem Bindemittel neu produziert wurden, blieb der Farbton oft ein Zufallsprodukt. Der K\u00e4ufer konnte sich aussuchen, ob sein Auto blau, schwarz, gr\u00fcn, marron, beige oder rot sein sollte eine genaue Nuancierung war aber nicht m\u00f6glich. Die Farben hatten alle einen relativ erdigen Ton, denn es gab nur Mineralfarben, die anorganische Pigmente enthielten. Als Korrosionsschutzpigmente kamen vorwiegend Bleiwei\u00df und Bleimennige zum Einsatz.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>In der Fr\u00fchzeit des Automobilbaus gab es folgende Fl\u00e4chen zu bearbeiten: das Fahrgestell, die Motorhaube und die Karosserie. Vor der Lackierung mussten die Oberfl\u00e4chen m\u00fchevoll gegl\u00e4ttet werden, da die Blechteile von Hand oder mit einem mechanischen Hammer getrieben wurden. Bis ein Wagen komplett lackiert war, vergingen zwischen vier und acht Wochen. Mehrere Spachtelg\u00e4nge und einige Zwischenanstriche mit gro\u00dfz\u00fcgig bemessener Trockenzeit waren erforderlich. Daneben gab es eine einfache, schneller trocknende Lackierung auf Holz\u00f6lbasis, die \u201enur\u201c etwa zehn Arbeitstage ben\u00f6tigte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a>1.1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Schellack auf Basis tierischer Harze ab 1910 bis 1920<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p><em>ab 1910 bis 1920 mit Schellack auf Basis tierischer Harze gearbeitet. Das bedingte eine Trocknungszeit von vier bis acht Wochen, was einer Serienfertigung am Flie\u00dfband entgegenstand. Erst sp\u00e4ter bei den Automobilkarosserien lie\u00df sich die Trocknungszeit durch den Einsatz von beheizten Trockenr\u00e4umen und mit Spiritus anger\u00fchrtem Schellack auf etwa die H\u00e4lfte verk\u00fcrzen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Eigenschaften<\/em><\/strong><em>:<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><em>Abl\u00fcft- und Trockenzeit: 4-8 Wochen<a href=\"#_ftn1\"><strong>[1]<\/strong><\/a><\/em><a href=\"#_ftn2\"><em><strong>[2]<\/strong><\/em><\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a>1.2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Nitrozellulosebasis ab 1920<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p><em>Ab 1920 kam es vereinzelt, ab 1925 dann vermehrt zum Einsatz des neu entwickelten Lackes auf Nitrozellulosebasis, dem Zellulose- Nitratlack, kurz Nitrolack genannt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Den Anfang machten jedoch wieder die Amerikaner. 1923 lackierten General Motors und Ford ihre Wagen mit dem neuen Farbstoff.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>1912 lie\u00df Henry Ford erstmals ein Automobil am Band fertigen \u2013Ford Model T. In der Folge ver\u00e4nderte diese Produktionsweise den gesamten Ablauf der (Flie\u00dfband-)Fertigung. Ford merkte schnell: Die Lackierung war ein Hemmschuh, denn das Arbeitstempo der Lackiererei konnte dem Takt des Flie\u00dfbands nicht folgen. Ford suchte deshalb nach einer M\u00f6glichkeit, den Lackiervorgang zu beschleunigen. Doch erst nach dem Ersten Weltkrieg entdeckten Forscher einen neuen Werkstoff zur Lackherstellung: Nitrozellulose.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Chemisch basiert der neue Autolack auf einem Rohstoff, der im ersten Weltkrieg als Schie\u00dfpulver verwendet worden ist \u2013 Nitrocellulose. Nitrozellulose lie\u00df sich zu Lackbindemitteln verarbeiten. Au\u00dferdem waren die Chemiker inzwischen in der Lage Weichmacher, einige L\u00f6semittel und synthetische Pigmente gro\u00dftechnisch herzustellen. Cellulosenitrat wird in der chemischen Industrie durch Umsetzung von Cellulose mit Nitriers\u00e4ure hergestellt. Formal gesehen handelt es sich um die Reaktion eines Alkohols mit einer S\u00e4ure zu einem Ester. Der Stickstoffgehalt des herzustellenden Cellulosenitrats wird durch Zusammensetzung der Nitriers\u00e4ure und die Reaktionsdauer geregelt. Bei einem Stickstoffgehalt &gt; 12,75 % handelt es sich dann \u00fcberwiegend um Cellulosetrinitrat (Schie\u00dfbaumwolle), bei einem Gehalt &lt; 12,75 % um Cellulosedinitrat (Kollodiumwolle).<a href=\"#_ftn3\"><strong>[3]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Spritzpistole ist aus einem Druckluftzerst\u00e4uber hervorgegangen, den ein amerikanischer Landarzt zum Ausspr\u00fchen des Rachenraumens mit antiseptischen Mitteln entwickelt hat.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> <em>Auszug aus dem Buch \u201eTaschenbuch f\u00fcr die Farben- und Lackindustrie\u201c von Erich Stock (1940)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> <em>Auszug aus dem Buch \u201eTaschenbuch f\u00fcr die Farben- und Lackindustrie\u201c von Erich Stock (1940)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> <em>Auszug aus \u201eHandbuch der Nitrocelluloselacke\u201c Teil 2 von Dr. Alfred Kraus (1952)<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\">Hier geht es zum gesamten Dokument<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u6c7d\u8f66\u55b7\u6f06 \u6709\u5173\u8001\u7237\u8f66\u548c\u6c7d\u8f66\u9886\u57df\u55b7\u6f06\u7684\u91cd\u8981\u4fe1\u606f \u6c7d\u8f66\u9886\u57df\u7684\u8272\u5f69\u548c\u55b7\u6f06\u4e16\u754c\u975e\u5e38\u8ff7\u4eba\uff0c\u6d89\u53ca\u8bb8\u591a\u4e3b\u9898\uff0c\u5728\u6b64\u6211\u4eec\u5c06\u5bf9\u8fd9\u4e9b\u4e3b\u9898\u8fdb\u884c\u6982\u8ff0\u3002\u5176\u4e2d\u4e00\u4e2a\u73b0\u8c61\u548c\u4e00\u4e2a\u51e0\u4e4e\u6bcf\u5929\u90fd\u5728\u8ba8\u8bba\u7684\u8bdd\u9898\u5c31\u662f\u8272\u5f69\u518d\u73b0\u548c\u8272\u5f69\u6d4b\u91cf\uff0c\u4ee5\u53ca\u6c7d\u8f66\u55b7\u6f06\u3002 <\/p>","protected":false},"author":3,"featured_media":13160,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"_joinchat":[],"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-13156","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","latest_post"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kukuk.com\/zh\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13156","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kukuk.com\/zh\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kukuk.com\/zh\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kukuk.com\/zh\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kukuk.com\/zh\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13156"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kukuk.com\/zh\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13156\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kukuk.com\/zh\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13160"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kukuk.com\/zh\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13156"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kukuk.com\/zh\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13156"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kukuk.com\/zh\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13156"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}